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Zusammenfassung aus: - Michael Treacy: Nicht auf Biegen und Brechen.
Harvard Business Manager, Mai 2005: 18-20. - Andreas Suter, Hugo Tschirky: Wenn der Innovationsablauf innoviert werden muss. io new management Nr. 5: 2005, 10-15.
Nach wie vor steht Innovationsmanagement im Mittelpunkt des Interesses - diesmal gleich aus zwei Blickwinkeln, die sich inhaltlich gut ergänzen und deshalb hier zusammengefasst werden. Michael Treacy ist Autor und Berater ( The Discipline of Market Leaders, Double Digit Growth ) und Mitbegründer der Bostoner Innovationsberatung GEN3 Partners. Prof. Dr. Tschirky und Andreas Suter arbeiten wissenschaftlich und beratend im Bereich Technologie- und Innovationsmanagement in der Schweiz.
Kerngedanken Nach Michael Treacy erhöhen komplexe Innovationsprojekte, sogenannte Durchbruchsinnovationen , vor allem Ruhm und Ehre eines Unternehmens, sorgen aber nicht unbedingt für kontinuierliches Wachstum. Schrittweise Innovationen können sehr viel wirksamer sein und gleichzeitig technische Risiken und Marktrisiken gering halten. Auch Andreas Suter und Hugo Tschirky plädieren speziell aus Entwicklungssicht für gut beherrschbare, schnelle Innovationsprojekte anstelle von langfristigen, riskanten Vorhaben. Schrittweise Innovationen können damit insgesamt die bessere Strategie mit dem grösseren Nutzen für das Unternehmen sein. Wachstumsperspektive Innovationen sollen in erster Linie Wachstum erzeugen. Langsames und stetiges Vorgehen mit schrittweisen Innovationen ist hierfür oft der beste Weg. Dies gilt vor allem, wenn vorhandene Kunden gehalten oder neue Kunden angeworben und gepflegt werden sollen - insbesondere in solchen Märkten, in denen der Innovationsgrad keine besonders grosse Rolle spielt. In anderen Märkten, in denen der Innovationsgrad über die Wettbewerbsposition entscheidet, sind Durchbruchsinnovationen strategisch bedeutsam. Wirksam werden sie aber nur, wenn die folgenden Fragen positiv beantwortet werden können: - Sind die Kunden tatsächlich bereit, den Preis für die radikale Innovation zu zahlen?
- Ist der Markt tatsächlich schon bereit, eine radikale Innovation zu akzeptieren?
Auf jeden Fall muss man sich über die jeweilige Risikosituation im klaren sein. Sowohl Produkt- als auch Geschäftsmodell-Innovationen bergen ein technisches Risiko (Machbarkeit der Innovation) und ein Marktrisiko (Akzeptanz der Innovation), die beide mit dem Innovationsgrad zunehmen. Bei Produktinnovationen steigt naturgemäss das technische Risiko, bei Innovationen des Geschäftsmodells das Marktrisiko am schnellsten an (siehe Abbildung). 
Belässt man es beim schrittweisen Vorgehen, können beide Risiken relativ gering gehalten werden. Gleichzeitig können sowohl die Kundenbindung als auch die Kundenzufriedenheit stark erhöht werden - und damit letztlich auch der Ertrag. Aus minimalen Innovationen kann somit maximaler Nutzen entstehen. Entwicklungsperspektive Innovationen kommen häufig mit erheblicher Budgetüberschreitung und verspätet auf den Markt. Dies kann den Markterfolg gefährden, wenn der optimale Zeitpunkt für den Markteinstieg verpasst wurde. Isolierte Gegenmassnahmen, wie aufwendige Freigabeprozeduren oder stringentes Projektmanagement, können die Probleme nur teilweise lösen. Eine radikale Veränderung des Innovationsprozesses ist nötig und sollte die nachfolgenden Elemente enthalten: Strukturierung Der Innovationsprozess sollte in vier klar definierte Phasen unterteilt werden: Auch die Arbeitsabläufe innerhalb der vier Prozessphasen sollten klar definiert sein. Aufgrund der klaren Strukturierung lassen sich die einzelnen Arbeitsschritte gut wiederholen und zum schnellen Aufbau einer Erfahrungskurve nutzen. Beschleunigung Ein schneller Innovationsprozess senkt das Marktrisiko, da Markt- und Technologieentwicklungen sich über lange Frist kaum mehr vorhersagen und Anforderungen kaum mehr präzise festlegen lassen. Beschleunigung kann durch Verringerung der Anzahl parallel bearbeiteter Projekte sowie durch Reduzierung des Projektumfangs erreicht werden. Schrittweise (inkrementelle) Innovationen gehen schneller und sind besser beherrschbar als umfangreiche, riskante Würfe. Darüber hinaus erhöhen kurze Innovationszyklen die Steuer- und Regelbarkeit des Innovationsprozesses aufgrund der rasch ansteigenden Erfahrungskurve. Risikoaufteilung Während das Marktrisiko durch Beschleunigung gesenkt wird, kann das technische Risiko durch Aufteilung in kleine, beherrschbare Entwicklungsschritte (horizontal) sowie durch Trennung der technologischen Grundlagenentwicklung von der eigentlichen Produktentwicklung verringert werden (vertikal). Technische Machbarkeitsrisiken werden auf diese Weise frühzeitig transparent und können schneller behandelt werden. |