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Preiswettbewerbe gezielt nutzen
Jedes Jahr werden in Deutschland zahlreiche Preise und Auszeichnungen an Unternehmen und Organisationen aller Art vergeben. Sie werden regional, landes- oder bundesweit, teils sogar international ausgeschrieben und belohnen ausserordentliche Leistungen in Disziplinen wie Unternehmensgründung, Wachstum, Personal- oder Qualitätsmanagement, Innovation, Logistik und Produktdesign.
Nachhaltige PR- und Marketingvorteile
Die Preise werden meist im Rahmen eines besonderen, medienwirksamen Events feierlich verliehen und umfassen im Kern eine Urkunde und eine teils künstlerisch wertvolle Preisskulptur. Diese Trophäen sowie das Logo des Preises, das Preisträgernetzwerk, die Aufnahme in Online-Verzeichnisse oder die begleitende PR der Veranstalter lassen sich hervorragend für die eigene Marketingkommunikation und PR einsetzen – ob im Eingangsbereich des Unternehmens, auf der Firmenwebsite, in Firmenunterlagen oder auf Messeständen. Preise können darüber hinaus mit Geldbeträgen oder bestimmten, wertvollen Produkten oder Managementdienstleistungen ausgestattet sein, also auch sehr handfeste Vorteile mit sich bringen. Vielleicht liegt der wichtigste Nutzen einer Wettbewerbsteilnahme aber noch in einem ganz anderen Bereich: Orientierung für Business Excellence Jedes teilnehmende Unternehmen muss sich den teils sehr anspruchsvollen Wettbewerbskriterien stellen. Diese sind zwar vorab bekannt, aber teilweise nur über einen kontrollierten, längeren Entwicklungs- und Lernprozess zu erarbeiten. Die Kriterien können somit als konkretes Managementziel dienen und dazu beitragen, Entwicklungsprozesse des Unternehmens wirkungsvoll zu steuern und einen gewissen Reifegrad (Business Excellence) zu erreichen. In manchen Preisdisziplinen lässt sich diese Steigerung nach Reifegrad deutlich erkennen. So wird zum Beispiel der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland nur an solche Unternehmen verliehen, die bereits andere Designpreise gewonnen haben und von einschlägigen Institutionen nominiert wurden. Den Ludwig-Erhard-Preis (LEP) erhalten nur Unternehmen, welche über ein auditiertes Qualitätsmanagementsystem nach dem EFQM-Modell verfügen. Und mit dem Innovationspreis der deutschen Wirtschaft werden nur Unternehmen ausgezeichnet, die nicht nur hervorragende Innovationen hervorgebracht haben, sondern auch entsprechendes Innovationsmanagement und einen Nutzen für Umwelt und Gesellschaft nachweisen können. Teilnahmeprozess gut managen Preiswettbewerbe werden immer attraktiver. Die Veranstalter melden steigende Bewerberzahlen, die sich je nach Wettbewerb zwischen einigen Dutzend (z.B. LEP, Deutschlands Kundenchampions), einigen Hundert (z.B. Industriepreis, Innovationspreis der deutschen Wirtschaft) und einigen Tausend (z.B. Grosser Preis des Mittelstands, Red Dot Design Award) bewegen können. Lohnt sich also die Teilnahme an Preiswettbewerben überhaupt? Wir meinen: Ja. Allerdings nur, wenn die eigenen Chancen auch optimal genutzt werden. Dazu sollte die Bewerbung als gut geführtes Projekt angelegt werden. Die Teilnahmekriterien sollten vorab sorgfältig analysiert und die eigenen Chancen realistisch beurteilt werden. Und die entsprechende Arbeitskapazität sollte vorhanden sein: Die Teilnahme an einem Preiswettbewerb ist immer mit extra Arbeit verbunden – diese kann von der Beantwortung einiger Fragen Online bis zur Einsendung einer vielseitigen Bewerbungsbroschure oder Ausstellung eines Wettbewerbsproduktes reichen. Last but not least verlangen einige Veranstalter auch Teilnahmegebühren im Bereich einiger Hundert bis einiger Tausend Euro. Betrachtet man den Gegenwert, so bleibt in jedem Fall ein positiver Lerneffekt für das Unternehmen, im besseren Fall eine PR-wirksame Preisnominierung und im besten Fall der Preisgewinn mit der entsprechenden Alleinstellung. |