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Report OLEDs 2004 Drucken E-Mail
Geschrieben von Ralf Pulz   
Samstag, 20.11.2004

15.-17. November 2004, San Diego, USA

Displays aus organischen Leuchtdioden (OLEDs) könnten schon bald LCD- Displays ablösen – wann es aber dazu kommt, wird in der Branche heiss diskutiert. Auch auf der diesjährigen OLEDs , seit 6 Jahren ein bedeutendes internationales Forum für den Austausch von OLED Markt- und Technologie-information, war das wann - weniger das ob - das alles beherrschende Thema. Die Konferenz versammelte rund 150 Fachleute aus Industrie und Forschung, darunter 12 ausstellende Firmen.

OLEDs 2004 Konferenz OLEDs 2004 Konferenz

Alle bedeutenden Branchenvertreter aus Asien, den USA und Europa, wie z.B. Samsung SDI, Seiko-Epson, RiTDisplay, DuPont, Kodak, Universal Display Corporation (UDC), Philips, Cambridge Display Technology (CDT), Aixtron, Covion, Novaled und Osram, waren vertreten.

Die U.S. Marktforschungsunternehmen iSuppli und DisplaySearch beobachten und analysieren den Displaymarkt seit Jahren. Nach Angaben von iSuppli werden in 2004 etwa 429 Mio. Dollar mit OLED Displays umgesetzt und damit rund 40 Mio. Dollar weniger als noch im März 2004 prognostiziert. Die Schwelle zu 3 Mrd. Dollar Umsatz wird wohl erst in 2010 überschritten und damit erneut später als zuvor prognostiziert - was sind die Gründe, warum setzt sich die OLED Technologie nicht schneller durch?

Potenzial – aber...

OLED Displays haben hervorragendes Potenzial – hierin herrscht allgemeiner Konsens. Zu den herausragenden Vorteilen gehören farbliche Brillianz, hoher Kontrast, Wegfall der Hintergrund-beleuchtung, dünne und leichte Bauweise, Flexibilität, weitgehende Unabhängigkeit vom Betrachtungswinkel, Schnelligkeit und damit volle Videofähigkeit, sowie kostengünstige Herstellung. Allerdings kann dieses Potenzial derzeit noch nicht voll realisiert werden, zu viele technische Hindernisse sind noch zu überwinden. Gleichzeitig werden LCDs mit aktiver Pixelsteuerung durch Dünnfilmtransistoren (TFT) technisch immer besser und können auf grossformatigen Glassubstraten der Generation 5 (1100 x 1250 mm) und 6 (1500 x 1800 mm) und vielleicht auch bald 7 (1800 x 2000 mm) immer kostengünstiger hergestellt werden, eine wahrhaft schwierige Wettbewerbssituation für OLEDs.


... offene Herausforderungen

Die laufenden technischen Entwicklungen zielen darauf ab, die Leistungsfähigkeit von OLEDs weiter zu erhöhen und sie für die Massenfertigung auf grossen Substraten tauglich zu machen. Hierzu gehören die Optimierung von Effizienz, Farbqualität, Farbstabilität und Energieverbrauch sowie die Erhöhung der gesamten Lebensdauer . Auf allen diesen Gebieten wurden in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt. So wurde z.B. gezeigt, dass der Energieverbrauch durch Hinzufügen eines Weiss-Pixels (zusätzlich zu den üblichen Rot-, Grün- und Blau-Pixeln) um 50% gesenkt werden kann – bei gleicher Farbqualität und Stabilität.

... vor allem bei grossen Formaten

Bei voller technischer Leistungsfähigkeit sollte dem Markterfolg von OLEDs eigentlich nichts mehr im Weg stehen – vorausgesetzt, grosse Displayformate können vergleichbar wirtschaftlich wie LCDs gefertigt werden. Hierzu müssen OLEDs statt auf den heutigen kleinformatigen Anlagen der Generationen 2-4 auf Anlagen der Generation 5 oder höher produziert werden, eine gewaltige Herausforderung an die Fertigungstechnologie. Im Vordergrund steht die Beschichtungstechnik, die nunmehr auch Polymer-OLEDs (PLEDs) verarbeiten muss. Neue Technologien, wie Inkjet-Printing oder Laser Induced Thermal Imaging (LITI), könnten die bisher bei Small Molecule OLEDs (SMOLED) verwandten Beschichtungsverfahren ergänzen. Neben Format, organischem Material und Beschichtungstechnik wird sich auch die Treibertechnologie ändern: grossformatige OLEDs lassen sich nur als Active Matrix realisieren (AMOLED), d.h. mit individuell durch TFTs angesteuerten Pixeln. Zur Integration von Transistor und OLED stehen zwei Technologien zur Verfügung, die bei der LCD Fertigung eingesetzt und nun auf OLEDs übertragen werden (LTPS, a-Si).

San Diego OLEDs 2004

Ausblick

Aktuell werden OLEDs meist in kleinformatigen Displays unter 5" in Geräten mit relativ kurzer Lebenszeit eingesetzt, wie z.B. in Handys, PDAs, Digitalkameras oder Multimedia Playern. Grossformatige Displays bis zu 40" wurden bisher schon als Prototyp realisiert, sind aber von einer Massenfertigung noch weit entfernt. Entsprechend werden OLEDs in PC-Monitoren oder TV-Geräten, den idealen OLED Anwendungen, erst ab etwa 2007 erwartet, noch grössere Formate für Beleuchtungsanwendungen gar erst ab 2010. Auch der Automotive-Markt, ein enormes Potenzial für OLED Displays, kann erst voll erschlossen werden, wenn ausreichende Stabilität, Lebenszeit und Wirtschaftlichkeit gewährleistet sind.

Die OLED Industrie wird alle Herausforderungen annehmen und erfolgreich meistern – die grossen Investitionen vor allem asiatischer Hersteller in Forschung, Entwicklung und Fertigungskapazität sowie die Diskussion auf der OLEDs 2004 lassen daran keinen Zweifel.