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15.-17. November 2004, San Diego, USA
Displays
aus organischen Leuchtdioden (OLEDs) könnten schon bald LCD- Displays
ablösen – wann es aber dazu kommt, wird in der Branche heiss
diskutiert. Auch auf der diesjährigen OLEDs , seit 6 Jahren ein bedeutendes internationales Forum für den Austausch von OLED Markt- und Technologie-information, war das wann - weniger das ob
- das alles beherrschende Thema. Die Konferenz versammelte rund 150
Fachleute aus Industrie und Forschung, darunter 12 ausstellende Firmen.
Alle bedeutenden Branchenvertreter aus Asien, den USA und Europa, wie z.B. Samsung
SDI, Seiko-Epson, RiTDisplay, DuPont, Kodak, Universal Display
Corporation (UDC), Philips, Cambridge Display Technology (CDT),
Aixtron, Covion, Novaled und Osram, waren vertreten.
Die U.S. Marktforschungsunternehmen iSuppli und DisplaySearch
beobachten und analysieren den Displaymarkt seit Jahren. Nach Angaben
von iSuppli werden in 2004 etwa 429 Mio. Dollar mit OLED Displays
umgesetzt und damit rund 40 Mio. Dollar weniger als noch im März 2004
prognostiziert. Die Schwelle zu 3 Mrd. Dollar Umsatz wird wohl erst in
2010 überschritten und damit erneut später als zuvor prognostiziert -
was sind die Gründe, warum setzt sich die OLED Technologie nicht
schneller durch?
Potenzial – aber...
OLED
Displays haben hervorragendes Potenzial – hierin herrscht allgemeiner
Konsens. Zu den herausragenden Vorteilen gehören farbliche Brillianz,
hoher Kontrast, Wegfall der Hintergrund-beleuchtung, dünne und leichte
Bauweise, Flexibilität, weitgehende Unabhängigkeit vom
Betrachtungswinkel, Schnelligkeit und damit volle Videofähigkeit, sowie
kostengünstige Herstellung. Allerdings kann dieses Potenzial derzeit
noch nicht voll realisiert werden, zu viele technische Hindernisse sind
noch zu überwinden. Gleichzeitig werden LCDs mit aktiver Pixelsteuerung
durch Dünnfilmtransistoren (TFT) technisch immer besser und können auf
grossformatigen Glassubstraten der Generation 5 (1100 x 1250 mm) und 6
(1500 x 1800 mm) und vielleicht auch bald 7 (1800 x 2000 mm) immer
kostengünstiger hergestellt werden, eine wahrhaft schwierige
Wettbewerbssituation für OLEDs.
... offene Herausforderungen
Die
laufenden technischen Entwicklungen zielen darauf ab, die
Leistungsfähigkeit von OLEDs weiter zu erhöhen und sie für die
Massenfertigung auf grossen Substraten tauglich zu machen. Hierzu
gehören die Optimierung von Effizienz, Farbqualität, Farbstabilität und Energieverbrauch sowie die Erhöhung der gesamten Lebensdauer .
Auf allen diesen Gebieten wurden in den letzten Jahren bedeutende
Fortschritte erzielt. So wurde z.B. gezeigt, dass der Energieverbrauch
durch Hinzufügen eines Weiss-Pixels (zusätzlich zu den üblichen Rot-,
Grün- und Blau-Pixeln) um 50% gesenkt werden kann – bei gleicher
Farbqualität und Stabilität.
... vor allem bei grossen Formaten
Bei
voller technischer Leistungsfähigkeit sollte dem Markterfolg von OLEDs
eigentlich nichts mehr im Weg stehen – vorausgesetzt, grosse
Displayformate können vergleichbar wirtschaftlich wie LCDs gefertigt
werden. Hierzu müssen OLEDs statt auf den heutigen kleinformatigen
Anlagen der Generationen 2-4 auf Anlagen der Generation 5 oder höher
produziert werden, eine gewaltige Herausforderung an die
Fertigungstechnologie. Im Vordergrund steht die Beschichtungstechnik,
die nunmehr auch Polymer-OLEDs (PLEDs) verarbeiten muss. Neue
Technologien, wie Inkjet-Printing oder Laser Induced Thermal Imaging
(LITI), könnten die bisher bei Small Molecule OLEDs (SMOLED) verwandten
Beschichtungsverfahren ergänzen. Neben Format, organischem Material und Beschichtungstechnik wird sich auch die Treibertechnologie
ändern: grossformatige OLEDs lassen sich nur als Active Matrix
realisieren (AMOLED), d.h. mit individuell durch TFTs angesteuerten
Pixeln. Zur Integration von Transistor und OLED stehen zwei
Technologien zur Verfügung, die bei der LCD Fertigung eingesetzt und
nun auf OLEDs übertragen werden (LTPS, a-Si).

Ausblick
Aktuell
werden OLEDs meist in kleinformatigen Displays unter 5" in Geräten mit
relativ kurzer Lebenszeit eingesetzt, wie z.B. in Handys, PDAs,
Digitalkameras oder Multimedia Playern. Grossformatige Displays bis zu
40" wurden bisher schon als Prototyp realisiert, sind aber von einer
Massenfertigung noch weit entfernt. Entsprechend werden OLEDs in
PC-Monitoren oder TV-Geräten, den idealen OLED Anwendungen, erst ab
etwa 2007 erwartet, noch grössere Formate für Beleuchtungsanwendungen
gar erst ab 2010. Auch der Automotive-Markt, ein enormes Potenzial für
OLED Displays, kann erst voll erschlossen werden, wenn ausreichende
Stabilität, Lebenszeit und Wirtschaftlichkeit gewährleistet sind.
Die
OLED Industrie wird alle Herausforderungen annehmen und erfolgreich
meistern – die grossen Investitionen vor allem asiatischer Hersteller
in Forschung, Entwicklung und Fertigungskapazität sowie die Diskussion
auf der OLEDs 2004 lassen daran keinen Zweifel. |