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| Erfolgsfaktor Anwendungswissen |
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| Geschrieben von Ralf Pulz | |||||
| Freitag, 14.07.2006 | |||||
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Ralf S. Pulz Die Markteinführung innovativer Produkte im B2B gelingt besonders gut, wenn diese optimal in die Arbeitsabläufe des Anwenders passen und sie wirksam unterstützen. Je weniger Hindernisse sich hier ergeben, umso schneller wird die Innovation akzeptiert. Viele erfolgreiche Innovationen leiten sich deshalb direkt aus dem Anwendungsprozess ab und optimieren ihn. Oft jedoch steht den am Innovationsprozess Beteiligten nicht genügend Anwendungswissen zur Verfügung, weil sie keinen oder viel zu wenig direkten Kontakt mit Kunden oder den eigentlichen Produktanwendern haben und detaillierte Marktforschung / Kundenstudien fehlen. In der Regel verfügt deshalb der Vertrieb über die grösste Kundennähe und das meiste spezifische Anwendungswissen. Der Mangel an Anwendungskenntnissen kann zur Folge haben, dass weniger innovative Ideen generiert, aber auch wichtige Faktoren bei der Produktspezifikation oder Marketing-Kommunikation übersehen werden – mit allen teuren Konsequenzen, wie Re-Designs, Verschiebungen der Markteinführung, Re-Launches, et cetera. Kerngedanken: Bahnbrechende Innovationen scheitern oft aus relativ einfachen Ursachen, die mit der eigentlichen Innovation gar nichts zu tun haben und deren Ursprung letztlich in mangelhaftem Anwendungswissen liegt. Wir plädieren deshalb für detaillierte Anwendungskenntnisse als grundlegende Voraussetzung für erfolgreiche Innovations- und Marketingstrategien im B2B. Nur wenn die tatsächlichen Abläufe beim Kunden und die eigentliche Produktanwendung genau verstanden sind, können Produkte richtig spezifiziert, teure Innovationsflops vermieden und die Erfolgsquote neu eingeführter Produkte gesteigert werden. Das erforderliche Know-how sollte deshalb systematisch und abteilungsübergreifend aufgebaut und gemanagt werden. Einstellungen und GewohnheitenJedes innovative Produkt stösst zunächst auf eine existierende Lösung. Die Anwender haben sich über Jahre oder gar Jahrzehnte an sie gewöhnt, und das neue Produkt soll sie nun möglichst schnell ersetzen. Eine grosse, leider weit verbreitete Herausforderung: Selbst wenn eine Innovation über interessante Zusatznutzen verfügt und ein attraktives Preis-/ Leistungsverhältnis bietet, muss dies noch lange nicht bedeuten, dass die Anwender sie auch akzeptieren.
UmfeldbedingungenUmgebungsbedingungen, wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder mechanische Einflüsse, gehören standardmässig zur Spezifikation jedes technischen Produkts. Der Erfolg liegt dabei im Detail: Nur wer selbst einmal vor Ort war und gesehen hat, wie und unter welchen Bedingungen bestimmte Produkte genutzt werden, kann sich ein korrektes Bild von den Anforderungen machen und die Spezifikationen von vornherein richtig auslegen.
IntegrierbarkeitInnovative Produkte sollten sich möglichst problemlos, sicher und ohne grossen Umstellungsaufwand in die bestehende Anwendungsumgebung einfügen. So spielen bei technischen Produkten häufig der Formfaktor, die Vernetzbarkeit mit bestehenden IT-Umgebungen oder die Kompatibilität mit bestehenden Prozessen eine grosse Rolle. Hierzu gehört auch das potenzielle Anwendertraining: Wurden Anwender bereits auf ein bestimmtes Produkt oder Verfahren trainiert, so kann der Zusatzaufwand für neues Training zur ernsten Hürde für den Markterfolg einer Innovation werden.
Was tun?Ziel sollte es sein, die Anwendungsprozesse und –Umgebungen beim Kunden optimal zu erfassen und zu verstehen. Das Anwendungswissen sollte nicht nur im Vertrieb, sondern in allen innovationsnahen Bereichen aufgebaut werden. Hierzu zählen in erster Linie FuE, Marketing und Produktmanagement sowie unterstützende Funktionen wie Anwendungsberatung oder technischer Service. Das Wissen sollte abteilungsübergreifend zur Verfügung stehen und mit IT-Unterstützung professionell gemanagt werden. Beim Aufbau können die nachfolgenden Quellen genutzt werden:
Fazit: Erfolgreiche Umsetzung ist nach wie vor ein Schwachpunkt im Innovationsprozess technischer Produkte. Ursache ist oft die Schwierigkeit, Innovationen optimal auf den Markt auszurichten. Ein vertieftes Verständnis der Anwendungsprozesse und –Umgebungen kann helfen, diese Probleme von vornherein zu vermeiden und im Idealfall sogar den Anstoss für innovative Problemlösungen geben. Gezielt eingesetzt, ist Anwendungs-Know-how ein wichtiger Erfolgsfaktor für Innovationen und damit ein wertvoller Wettbewerbsvorteil. |
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