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Begriff des Monats: Crowdsourcing    
Geschrieben von Ralf Pulz   
Sonntag, 31.10.2010


Was ist... Crowdsourcing?

Crowdsourcing gehört allgemein zum Oberbegriff Open Innovation. Während Open Innovation an sich jedoch hauptsächlich die Einstellung der Unternehmen bezeichnet, auch einmal “über den Tellerrand zu schauen” und sich für neue Ideen von außen zu öffnen, ist Crowdsourcing (neben anderen) ein spezielles Werkzeug hierfür.

Das erste mal aufgetaucht ist der Begriff im Juni 2006 in einem Artikel von Jeff Howe im Wired Magazine, als eine Zusammensetzung aus Crowd, also Menschenmenge und Outsourcing. Passender wäre jedoch eigentlich Community-Sourcing, da das Crowdsourcing meistens nicht im freien Internet, sondern in bestimmten Internetcommunities stattfindet.

Wie funktioniert Crowdsourcing?

Ein Unternehmen, das eine entsprechende Aufgabe hat, z.B. die Namensfindung eines Produktes oder aber auch ein scheinbar unlösbares Innovationsproblem, stellt die komplette Aufgabenstellung offen auf eine Plattform (öffentlich oder auch zugangsbeschränkt) im Internet. Die Kunden, oder aber auch dem Unternehmen vollkommen unbekannte Nutzer, werden auf die Aufgabe aufmerksam und überlegen, ob sie Interesse daran haben, eine Lösung zu erarbeiten. Wenn dies der Fall ist, beginnen sie mit der Bearbeitung, wobei sie kollaborativ oder auch alleine arbeiten, je nach Aufgabe und Interesse.

Was sind die Vorteile von Crowdsourcing?

Gegenüber klassichem Outsourcing oder einer Inhouse-Lösung ergibt sich in erster Linie ein Kostenvorteil: Man zahlt, wenn überhaupt, nur für die Lösung. Daneben bietet Crowdsourcing einige weitere Vorteile. So kann man z.B. Kunden ein Produkt genau nach ihren Wünschen entwickeln lassen, wodurch eine hohe Identifikation der Kunden mit "ihrem" Produkt entsteht und das Produkt schon frühzeitig ein hohes Interesse erweckt. Es ist also auch als sehr mächtiges Marketing-Tool einsetzbar. Oder aber man nutzt die Kreativität einer mitunter riesigen Masse bei scheinbar unlösbaren Problemstellungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einer der Nutzer die entscheidende Idee hat, ist hierbei relativ hoch.

Worauf muss man achten?

Crowdsourcing bietet natürlich einen Kostenvorteil, doch darf man es nicht darauf reduzieren. Die Nutzer bemerken dies relativ schnell und verweigern dann die (letztendlich freiwillige) Zusammenarbeit. Deshalb ist es sehr wichtig, dass beide Seiten einen Nutzen von der Zusammenarbeit haben! Dies erreicht man dadurch, dass man den beteiligten Nutzern gegenüber auf jeden Fall Anerkennung zeigt, je nach Aufgabenstellung vielleicht auch durch ein kleines Geschenk oder eine Prämie. In extremen Fällen werden sogar 1.000.000 Dollar und mehr als Belohnung für die entscheidende Lösung bezahlt. Dieses ist aber immer noch um ein vielfaches günstiger als ein ganzes Team von Experten zu beschäftigen, insbesondere da – wie erwähnt – der volle Betrag nur bei erfolgreicher Problemlösung gezahlt werden muss. Kurz: keine Lösung, keine Kosten.

Beispiele für Crowdsourcing

  • "Innocentive": eine Plattform, auf der namhafte Unternehmen wie z.B. Boeing scheinbar unlösbare Probleme z.T. komplexester Art veröffentlichen.
  • "Fiat 500": Fiat hat seine Kunden von Anfang an über das Internet in den kompletten Design-, Marketing- und Entwicklungsprozess eingebunden.
  • "Threadless": Ein T-Shirt-Hersteller, der sein komplettes T-Shirt-Angebot durch Crowdsourcing entwerfen lässt.
  • "Tchibo ideas": Plattform, auf der Tchibo seine Kunden neue Produkte designen lässt.

Weiterführende Links

www.crowdsourcing.com
www.wired.com/wired/archive/14.06/crowds.html
www.andersdenken.at/crowdsourcing
http://createordie.de/cod/artikel/Crowdsourcing-%26ndash%3B-Innovativer-Baustein-der-virtuellen-Wertschoepfungskette-1838.html
http://www2.innocentive.com
www.socialnetworkstrategien.de/2009/08/12-gelungene-crowdsourcing-projekte/