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Begriff des Monats: Design Thinking    
Geschrieben von Ralf Pulz   
Samstag, 12.09.2009

 

Was ist ... Design Thinking?

Design Thinking ist eine Methode zur Entwicklung innovativer Ideen. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen bis zur Erarbeitung neuer Arbeitsabläufe und Problemlösungen in den verschiedensten Lebensbereichen - thematische Grenzen gibt es dabei nicht.

Typisch für die Methode ist ein teamorientierter, multidisziplinärer Ansatz: Vertreter möglichst verschiedener Fachrichtungen arbeiten in kleinen Gruppen an einer Problemlösung. Zentrale Erfolgsfaktoren sind die von allen Teammitgliedern getragene Kultur der Zusammenarbeit sowie die besonders offene, flexible und kreativitätsfördernde Arbeitsumgebung. Design Thinking unterscheidet sich damit deutlich von anderen, eher analytisch-systematischen Innovationsmethoden, wie zum Beispiel TRIZ.

Integrativer Ansatz mit dem Nutzer im Mittelpunkt

Design Thinking ist sehr ergebnisorientiert: Die Methode folgt dem Prinzip Understand-Build-Test-Develop, nach welchem Probleme zunächst eingehend von allen Seiten beleuchtet und verstanden und die entwickelten Lösungsideen möglichst schnell praktisch umgesetzt und getestet werden (zum Beispiel in Visualisierungen, Modellen oder Prototypen). In diesen Prozess werden von vornherein alle für den späteren Markterfolg wesentlichen Aspekte integriert: Technologische Machbarkeit (technology), wirtschaftliche Umsetzbarkeit (viability) und vor allem die zukünftigen Nutzer mit ihren Bedürfnissen (usability, desirability). Die Nutzerorientierung zählt ebenfalls zu den herausragenden Merkmalen der Methode. 

d-Schools in USA und Deutschland

Design Thinking ist eng mit den Namen David Kelley, dem Gründer von IDEO, einer weltweit agierenden Design-Agentur, und Hasso Plattner, dem Mitgründer und langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden von SAP, verbunden. Kelley und Kollegen entwickelten und lehrten die Methode an der Stanford University in Palo Alto. Plattner gründete dort in 2005 das Hasso Plattner Institute of Design als eigenständige Design-Schule (die berühmte d-School) und in 2007 die HPI School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam.

Seit dem Wintersemester 2007/2008 können dort jeweils maximal 40 Studierende von Universitäten und Hochschulen in Berlin und Brandenburg eine einjährige, kostenlose Zusatzausbildung in Design Thinking belegen. Das Besondere: Sowohl die Studierenden als auch die Professoren der Schule kommen aus völlig unterschiedlichen Fachdisziplinen. Und natürlich gibt es eine enge Kooperation der d-Schools diesseits und jenseits des Atlantiks. Das Interesse deutscher Unternehmen an einer Zusammenarbeit mit den Instituten wächst stetig.  

Links:

http://www.stanford.edu/group/dschool/index.html
http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school/home.html