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Begriff des Monats: Innovationsaudit    
Geschrieben von Ralf Pulz   
Montag, 03.05.2010

 

Was ist ein... Innovationsaudit?

Die Innovation von Produkten und Dienstleistungen, von internen Prozessen und Geschäftsmodellen, von Verfahren und Geschäftsfeldern gehört heute zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren im Wettbewerb. Grundlage für erfolgreiche Innovationen ist ein wirksames Innovationsmangement. Mit Hilfe von Innovationsaudits kann dessen Qualität systematisch beurteilt werden.

Ziel

Im Innovationsaudit werden die Stärken und Schwächen im Innovationsmanagement des auditierten Unternehmens systematisch analysiert und konkrete Handlungsfelder aufgezeigt. Viele Audits bieten darüber hinaus Benchmarks an, mit deren Hilfe sich das auditierte Unternehmen nach bestimmten Kriterien, wie Branche und Unternehmensgröße, mit anderen Unternehmen vergleichen und die eigene Leistungsfähigkeit gezielt optimieren kann.

Aufbau

Kern des Audits ist ein mehr oder weniger umfassender Fragenkatalog, welcher vom Unternehmen durchzuarbeiten ist. Um den Einstieg zu erleichtern, kann bei manchen Audits zwischen einem kompakten Einstiegslevel und einem ausführlichen Fortgeschrittenen-Level mit bis zu 70 Fragen oder mehr gewählt werden. Die Fragen sind nach relevanten Dimensionen im Innovationsmanagement geordnet, wie zum Beispiel:

  • Innovationsstrategie
  • Innovationsprozess
  • Innovationsorganisation und -kultur
  • Innovationsfinanzierung
  • Innovationsergebnisse
  • Innovationscontrolling
    u.a.m.

Zu jeder Frage werden Antwortmöglichkeiten vorgegeben und oft zusätzlich mit einer mehrstufigen Antwortskala versehen. Teils wird auch nach konkreten Zahlen (z.B. FuE-Aufwand, Umsatzanteil mit neuen Produkten etc. ) gefragt, so dass sich eine sorgfältige Vorbereitung innovationsrelevanter Kennzahlen empfiehlt.

Ablauf

Innovationsaudits können teils begleitet in einem Fachinterview, teils Online in einem sog. Self Assessment durchgeführt werden. Je nach Umfang sollten dafür mindestens 1-2 Stunden eingeplant werden. Nach dem Audit erhält das Unternehmen einen teils umfangreichen Ergebnisbericht, in welchem die Ergebnisse graphisch aufbereitet, erläutert und die empfohlenen Handlungsanleitungen herausgestellt werden. Für viele Unternehmen sind die Benchmarking-Ergebnisse besonders spannend. Sie liefern oft überraschende Erkenntnisse darüber, inwiefern die Selbstwahrnehmung und –einordnung im Markt mit der realen Marktsituation übereinstimmt.

Anbieter

Innovationsaudits werden in erster Linie von Wirtschaftsförderungseinrichtungen, Universitäten, Instituten und Beratungsunternehmen angeboten. Auf europäischer Ebene wurde ab 2006 das IMP3rove Programm in Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut IAO und der Unternehmensberatung A.T. Kearney aufgebaut. Es wird inwischen auch ausserhalb von Europa eingesetzt und enthält mit ca. 2.500 Unternehmen die aktuell grösste Benchmarking-Datenbank. 

Unternehmen, welche an einem Innovationsaudit interessiert sind, sollten folgende Auswahlkriterien besonders beachten:

  • Wie gut treffen die abgefragten Dimensionen auf das eigene Unternehmen bzw. die aktuelle Unternehmenssituation zu?
  • Wird eine professionelle Begleitung bzw. Unterstützung angeboten?
  • Wie detailliert und aussagefähig ist der Ergebnisbericht?
  • Wird ein Benchmarking angeboten?
  • Wie viele Unternehmen haben bisher am Benchmarking teilgenommen
    (Größe der Benchmarking-Datenbank)?
  • Kann das eigene Unternehmen im Benchmarking sinnvoll verglichen werden?
  • Entstehen Kosten für die Teilnahme am Innovationsaudit?

 

Ausgewählte Links für mehr Informationen:

DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

Handelskammer Hamburg

IMP3rove

TU München

Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH)