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Begriff des Monats: TRIZ    
Geschrieben von Ralf Pulz   
Donnerstag, 18.02.2010

 

Was ist...TRIZ?

Ist es bahnbrechende Genialität, die Innovationen hervorbringt? Oder lassen sich Innovationen systematisch erfinden? TRIZ oder die "Theorie des erfinderischen Problemlösens" (engl.: TIPS, Theory of Inventive Problem Solving) gibt eine Antwort auf diese Fragen.

Ursprung Patentanalyse

Entwickelt in den 1960er bis 1980er Jahren in der ehemaligen UdSSR, hat sich TRIZ seit den 1990er Jahren in den USA und zunehmend auch in Westeuropa ausgebreitet und gilt als eine der wichtigsten Säulen modernen, systematischen Innovationsmanagements. Das Konzept geht ursprünglich auf die Analyse von 40.000 technischen Patenten durch Genrich S. Altschuller in der ehemaligen UdSSR zurück. Altschuller analysierte die jeweiligen Lösungswege und suchte systematisch nach Gemeinsamkeiten. Dabei fand er,dass

  • jedem Patent die Überwindung von Widersprüchen zugrunde lag,
  • sich Problemstellungen und Lösungswege wiederholen,
  • sich Produkte nach bestimmten Tendenzen weiterentwickeln,
  • Erkenntnis von außen wichtig für jede Innovation ist.

Zwei einfache Beispiele sollen das Grundprinzip der Überwindung von Widersprüchen demonstrieren:

  • Eine Längenänderung verringert gleichzeitig die Benutzerfreundlichkeit. Der Widerspruch wird durch Verstellbarkeit gelöst (z.B. verstellbare Lenkräder und Sitze im Auto). Grundprinzip der Lösung: Dynamisierung.
  • Eine Verringerung des Gewichts verringert gleichzeitig die Stabilität. Der Widerspruch wird durch Zerlegung in Funktionseinheiten gelöst (z.B. PC-Gehäuse, Monitor, Tastatur, Maus). Grundprinzip der Lösung: Segmentierung und Zerlegung.

Toolbox für Innovationen

TRIZ basiert auf diesen Ergebnissen: Es stellt im Kern zahlreiche Einzelmethoden und Tools zur Verfügung, um technisch-physikalische Widersprüche zu identifizieren, zuzuspitzen und zu überwinden. Je nach Schwierigkeitsgrad des technischen Problems können zum Beispiel

  • Tabellen mit technischen Grundparametern
  • Tabellen mit Grundprinzipien zum Lösen von Widersprüchen
  • Standardlösungen für technische Probleme
  • Schrittverfahren für Erfindungen
  • Tabellen physikalischer Effekte

herangezogen werden. Inzwischen wird die Arbeit mit TRIZ auch durch spezielle Software unterstützt (Computer-Aided Innovation).

Systematisches Erfinden

TRIZ hilft, Denkblockaden zu lösen und damit schneller und gezielter zu innovativen Problemlösungen zu kommen. Es ist damit weniger eine Einzelmethode, sondern eher eine Denkhaltung und eine komplexe Innovationstechnologie: Nicht Versuch und Irrtum, sondern Methodik und Wissen stehen im Vordergrund - mittlerweile gut fundiert durch die Analyse von mehr als 200.000 Patenten weltweit.

TRIZ ist zwar urspünglich für die Lösung technischer Probleme gedacht, wird inzwischen aber auch für die Lösung von Organisationsproblemen adaptiert. Für die Entwicklung von Software erscheint TRIZ allerdings nicht geeignet. Ebenso ist es keine einfache und schnelle Lösung: Für die Einführung von TRIZ und das Training der Mitarbeiter im Unternehmen sollte genügend Zeit veranschlagt werden.

Weitere Informationen zu TRIZ:

www.triz-online.de
www.triz40.com
www.triz.it