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KMU bekommen immer schwerer Kredite

Der Konjunkturindikator “Kredithürde”

Das Kreditvergabeverhalten der Banken wird seit 2017 vierteljährlich im Rahmen der ifo Konjunkturumfragen erhoben. Dabei gibt die sogenannte “Kredithürde” den Prozentanteil der Unternehmen an, welche das Bankverhalten in ihren aktuellen Kreditgesprächen als “restriktiv” einordnen. Befragt werden dazu rund 9.000 Unternehmen diverser Branchen, davon rund 7.500 mittelständische Unternehmen (hier definiert als Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten und maximal 50 Millionen Euro Jahresumsatz).

Steigende Kredithürde bei schwacher Kreditnachfrage

Die aktuelle KfW-ifo-Kredithürde vom 19. Januar 2026 zeigt: KMU hatten im 4. Quartal 2025 nach wie vor geringes Kreditinteresse: Nur 20,2% der KMU führten Kreditverhandlungen. Damit hat sich der Anteil seit Mitte 2022 kaum verändert und liegt weiterhin unter dem langjährigen Mittel. Im gleichen Zeitraum berichten KMU von einem immer restriktiveren Kreditvergabeverhalten der Banken: Der entsprechende Anteil ist von etwa 25% auf nunmehr 37,8% gestiegen. Damit wurde der höchste Wert im gesamten Erhebungszeitraum erreicht. 

Fazit:

Das restriktive Kreditvergabeverhalten der Banken verwundert nicht: Es spiegelt die bekannten wirtschaftlichen Strukturprobleme, die anhaltende Konjunkturschwäche und zahlreiche Risiken aufgrund zunehmender globalen Krisen wider. Diese Faktoren begrenzen die - potenziell positive - Wirkung niedriger Zinsen auf die Kreditaufnahmebereitschaft der Unternehmen. Und sie erhöhen das Kreditvergaberisiko offensichtlich so sehr, dass Banken trotz anhaltend geringer Kreditnachfrage nicht etwa mit einer Lockerung, sondern nur mit einer Verschärfung der Kreditvergabebedingungen reagieren können.  

KMU können die externen Hemmnisse nicht beseitigen. Sie können aber bei Kreditinteresse dafür sorgen, dass die potenziellen internen Kredithürden so niedrig wie möglich sind: durch optimale Vorbereitung und Umsetzung ihres Finanzierungsvorhabens.