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Praxistipps: Erfolgreich mit Banken kommunizieren

So lange alles gut läuft, kommunizieren viele Unternehmen selten oder gar nicht mit ihrer Hausbank – die Bankbeziehung steht dann nicht zwingend im Fokus. Bei finanziellen Herausforderungen ändert sich dies schlagartig: 

Dann müssen - oft unter Zeitdruck - Finanzinformationen übermittelt, zahlreiche Fragen geklärt und Termine, Gespräche und Lösungen organisiert werden. Das bedeutet dann intensiven Zeit- und Arbeitsaufwand und manchmal auch Entscheidungsprozesse, die sich unnötig lange hinziehen. 

All das muss nicht sein: kluge Finanzkommunikation sorgt dafür, dass die Bankbeziehung jederzeit belastbar, also „kaltstartfähig“ ist – auch und gerade in schwierigen Situationen. Was also tun?  

Finden Sie hier unsere TOP 5 Empfehlungen für die Kommunikation mit Banken bzw. mit Finanzierungspartnern – alles keine Geheimnisse, manchmal Selbstverständlichkeiten, aber gelegentlich doch im Tagesgeschäft übersehen: 

1. Regelmäßig informieren 

Bauen Sie eine laufende, routinemäßige Finanzkommunikation auf. Stimmen Sie Häufigkeit und Art der gewünschten Informationen mit Ihrem Firmenkundenberater oder Ihrer Firmenkundenberaterin (FKB) ab, und informieren Sie proaktiv. In der Regel sollten die Monatsauswertungen BWA und Liste der Summen und Salden (SuSa) ausreichen. Zusätzlich zum Zahlenwerk können Sie kurz über aktuelle Entwicklungen Ihres Unternehmens informieren. 

Vereinbaren Sie mindestens einmal jährlich ein persönliches Gespräch und laden Sie den oder die FKB in Ihren Betrieb ein. So pflegen Sie das Interesse an und das Wissen über Ihr Unternehmen und halten Ihre Partner auf dem Laufenden. 

Ganz nebenbei profitieren auch Sie vom regelmäßigen Austausch mit Ihrer Bank – etwa durch Informationen zu bankseitig geplanten Veränderungen, gegebenenfalls zum Rating und ähnlich gelagerten Themen. Nutzen Sie diese Chancen ebenfalls proaktiv

2. Zahlen kommentieren

BWA, SuSa, Jahresabschlüsse und ähnliche Informationen sollten nicht unkommentiert übermittelt werden – insbesondere dann nicht, wenn größere Veränderungen gegenüber Vorjahr oder Plan auftreten. Dies gilt vor allem bei Umsatz- und Ergebnissprüngen, sowohl nach oben als auch nach unten. Erläutern Sie solche Abweichungen kurz in einer Anlage. Damit erhöhen Sie die Transparenz Ihrer Geschäftsentwicklung und ersparen sich unnötige Rückfragen. 

3. Zukunftsaussichten im Blick haben 

Es ist ähnlich wie an der Börse: die Vergangenheit ist wichtig, die Zukunft aber noch wichtiger. Informieren Sie deshalb bedarfs- und situationsgerecht auch über die Zukunftsaussichten Ihres Unternehmens, etwa mittels Planungen, Rolling Forecasts, Angebotsbeständen, Auftragseingängen oder Auftragsbeständen. 

Ergänzen Sie damit Ihre Kommentare zum laufenden Geschäft. Sollte etwa ein Umsatzrückgang auftreten, können Sie diesen unter Umständen mit positivem Auftragseingang oder Auftragsbestand untersetzen und für Ihren FKB einordnen. Angebotslisten auf Basis der jeweiligen Kunden geben der Bank ganz nebenbei auch einen guten Einblick in Ihre Vertriebsaktivitäten. So steigern Sie die Transparenz Ihrer Geschäftsentwicklung noch weiter.

4. Vorausschauend agieren

Sobald Ihre Planungen oder die aktuelle Geschäftsentwicklung darauf hindeuten, dass es finanziell eng werden könnte, etwa weil ein hoher Kapitaldienst einsetzt oder größere Kundenprojekte verschoben werden: werden Sie frühzeitig aktiv. Sprechen Sie den oder die FKB an, schildern Sie die Situation und stimmen Sie das weitere Vorgehen ab. 

Dies kann etwa bedeuten, dass Überziehungen eingeräumt, die Kontokorrentlinie erweitert, Stundungen vereinbart, Tilgungspläne angepasst und anderes mehr vereinbart werden. All dies erfordert eine gewisse Vorbereitung und Vorlaufzeit. Rechtzeitiges, vorbeugendes Agieren kann deshalb Stress und Unannehmlichkeiten vermeiden, etwa Mahnungen, Rücklastschriften oder Verschlechterung des Ratings. 

5. Zusagen einhalten

Abschließend ein Rat, der tatsächlich eine Selbstverständlichkeit ist: Zusagen sollten eingehalten werden, ob es nun vereinbarte Informationen, Termine, Rückrufe oder andere Dinge betrifft, auf die Ihre Finanzierungspartner warten. 

Im hektischen Tagesgeschäft können solche Verabredungen manchmal untergehen oder schlicht nicht erfüllt werden. Dies ist allen bewusst und kann immer passieren. Deshalb ein letzter Tipp: Sollte sich abzeichnen, dass Sie eine Zusage nicht einhalten können, geben Sie Ihren Partnern einfach ein kurzes Update – und stärken Sie damit das Vertrauen in die Zusammenarbeit. 

Fazit:

Gute Bankenkommunikation zeichnet sich durch Eigeninitiative, Regelmäßigkeit, Transparenz, Vorausschau und Zuverlässigkeit aus. Sie erleichtert die Zusammenarbeit mit Ihren Finanzierungspartnern und stärkt das notwendige Vertrauen – im normalen Tagesgeschäft, besonders aber in Krisensituationen.